Portrait der Selbsthilfegruppe
Nach der Operation und einer 6–monatigen psychoonkologischen Nachbetreuung standen 14 Männer aus Bielefeld, Werther, Steinhagen, Oerlinghausen und Leopoldshöhe im November 2000 quasi auf der Strasse. Informationen, wie es als Gruppe oder individuell weitergehen soll, gab es nur insofern, bestimmte Blutwerte regelmäßig messen zu lassen und zu warten.
Man verabredete sich zu monatlichen Treffen. Es wurde viel diskutiert, über Therapien, über Zukunftschancen und über den Prostatakrebs. Gegenseitiges Zuhören bei Schwierigkeiten und Problemen festigte die Gruppe. Körper, Geist und Seele wurden auf gemeinsamen Wanderungen, Museums- und Konzertbesuchen und auch schon mal bei einem Glas Rotwein positiv eingestimmt. Es galt bald das flotte Wort: Wir sterben an allem möglichen, nur nicht an Prostatakrebs.
Einen ernsthafteren Charakter erhielten die Gruppentreffen, als andere Betroffene über das Krankenhaus durch den Chefarzt und Operateur, der von der Gruppe gelegentlich eingeladen wurde, davon erfuhren. Telefonanrufe, Faxe und E-Mails anderer Kranker, die von den Erfahrungen der Gruppe profitieren wollten, wurden häufiger. Gäste fragten an, ob sie teilnehmen könnten, neue Gruppenmitglieder kündigten sich an.
Die Gruppe gab sich den Status einer Selbsthilfegruppe für prostatakrebsbehandelte Männer, meldete sich bei dem Bielefelder Moderator der Selbsthilfegruppen, BiKis, an und stellte sich den hiesigen Krankenkassen vor. Die hiesigen Krankenkassen bewilligten finanzielle Mittel, die einen regelmäßigen Gruppenbetrieb und die Referentenhonorare für das Projekt "Prostatakrebs ist (k)eine Männersache" ermöglichten.
Das Projekt "Prostatakrebs ist (k)eine Männersache" bezieht nicht nur den Kranken sondern auch seine Partnerin mit ein. Gemeinsam mit den Partnerinnen sollen die krankheitsbedingten Beziehungsprobleme verständlich gemacht und Lösungswege gesucht werden.
Mittlerweile werden in der PSA-Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld mehr als 90 Männer als ständige Mitglieder geführt, wurden in den letzten beiden Jahren über die regelmäßigen monatlichen Zusammenkünften hinaus zu Themen wie Früherkennung, Gesundheitsvorsorge, angepasste Lebensführung, Veränderung von Ernährung und Konsum, Kommunikationstraining und Informationsbeschaffung per Internet, körperliche und seelische Fitness, Meet the professor und auch zu krankheitsbedingten Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung durchgeführt; die aktive Teilnahme an den Bielefelder Gesundheitstagen und ständige teils persönliche Kontakte zu anderen Selbsthilfegruppen im Bundesgebiet gehören der Vollständigkeit halber auch dazu.
Erreichbar ist die Selbsthilfegruppe über:
PSA–Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Bielefeld
Wolfhard Frost
Bessemerweg 13
33611 Bielefeld
Telefon (0521) 871 197
Fax (0521) 875 24 94
E-Mail info@prostata-sh.info.








